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Heil- und Arzneipflanzen im Überblick:

Der Borretsch wächst im Sommer, oft wenig beachtet, in den Gärten. Manche schätzen ihn wegen der sternförmigen zartblauen bis blauvioletten Blüten und wegen des gurkenähnlichen Geschmacks der Blätter, die manchen Salat verfeinern können. Nur wenigen ist bewusst, dass es sich auch um eine Arzneipflanze handelt.

Borretsch - Borogo officinalis L.Der Borretsch gehört zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae), was an seinen haarigen, rauen Blättern unschwer zu erkennen ist. Er stammt aus Zentralasien und kam über den Mittelmeerraum wahrscheinlich schon in der Antike als Gewürzpflanze auch in Gebiete nördlich der Alpen.

Vermutlich waren es die arabischen Ärzte, die seine arzneiliche Wirkung entdeckt haben. Der Borretsch galt als allgemeines Stärkungsmittel und speziell auch als Tonikum für das Herz.

In der modernen Phytotherapie geriet der Borretsch fast in Vergessenheit, unter anderem weil seine Blätter sehr geringe Mengen von lebertoxischen und kanzerogenen Pyrrolizidin-Alkaloiden enthalten können. Heute wird jedoch der Same verwendet bzw. das Öl, das aus den Samen gewonnen wird. Es enthält Gamma-Linolensäure, die die Bildung von entzündungshemmenden und krampflösenden Stoffen im Körper unterstützt. Die Gamma-Linolensäure ist eine dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure.
Neurodermitispatienten weisen einen Mangel an dem Enzym Delta-6-Desaturase auf, wodurch ihre Gamma-Linolensäure-Konzentration um etwa 50 Prozent reduziert ist. Schließlich führt ein Defizit an Gamma-Linolensäure zu einem Mangel an Prostaglandin E1. Die unzureichende Konzentration dieses Eicosanoids ist wahrscheinlich schon in der frühen Säuglingsphase für eine gestörte Ausreifung des zellulären Immunsystems mitverantwortlich und kann unter anderem mit einer lebenslangen Funktionsschwäche der T-Suppressor-Lymphozyten einhergehen. Schließlich kann eine Zufuhr von Ölen, die reich an Gamma-Linolensäure sind, die Symptome von Neurodermitis lindern.

Das Borretschsamenöl enthält gut 20 Prozent Gamma-Linolensäure und kann so bei regelmäßiger Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel das Defizit ausgleichen.

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