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In Krakau gibt es neben der weltberühmten Jagiellonen-Universität, an der u. a. Nikolaus Kopernikus und der spätere Papst Johannes Paul II. studierten, auch die seit 1972 ausgegliederte Landwirtschaftliche Universität. Wissenschaftler von dort haben nun die antioxidativen Eigenschaften dreier heimischer Beerenarten untersucht: Himbeere (Rubus idaeus), Brombeere (Rubus fruticosus) und die ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas stammende Schwarze Himbeere (Rubus occidentalis).

Hintergrund sind die Eigenschaften, die Antioxidantien zugesprochen werden, nämlich freie Radikale einzufangen und deren zellschädigende Effekte zu reduzieren. Dadurch soll das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, Arthritis und Atemwegserkrankungen gesenkt werden. Besser erforscht sind diese Eigenschaften für Beeren wie Acerola, Acai oder Goji.

Bei der aktuellen Untersuchung in Polen stellte sich die Schwarze Himbeere ihren bekannteren Verwandten als teils deutlich überlegen heraus. Verglichen wurden insgesamt 16 Sorten, davon neun Himbeeren (Sommer- und Herbstsorten), fünf Brombeeren sowie die Sorten Bristol und Litacz der Schwarzen Himbeere. Letztere zeigten in den Analysen jeweils einen deutlich höhren Gehalt an Phenolen (Faktor 3 bis 4) und Anthocyanen (Faktor 5 bis 30) gegenüber ihren roten Verwandten, wobei Proben aus 2012 jeweils weitaus höhere Konzentrationen aufwiesen als welche aus 2013.

Bei den fünf Sorten Brombeeren wurden deutlich höhere Werte als bei den roten Himbeeren festgestellt, jedoch etwa um den Faktor 2 bis 3 geringer als bei den Schwarzen Himbeeren. Auch bei den Brombeeren waren die Konzentrationen 2012 deutlich höher als 2013.

Bzgl. der antioxidativen Aktivität bzw. Kapazität schnitten die beiden schwarzen Sorten Bristol und Litacz bei vier verschiedenen Analyseverfahren folglich jeweils deutlich besser ab als ihre roten Verwandten und mindestens gleich gut bis deutlich besser als die Brombeeren.

Grob zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die dunklen Sorten generell ein höheres gesundheitsförderliches Potenzial aufweisen und dass die Schwarzen Himbeeren in fast allen Belangen und meist mit deutlichem Vorsprung am besten abschnitten. Bei den beiden Sorten Bristol und Litacz hingegen lässt sich kein eindeutiger Favorit bestimmen. Während Bristol zwar etwas mehr Phenole enthält, hat bei den Anthocyanen die Sorte Litacz deutlich die Nase vorn. Bei den vier Analyseverfahren hingegen liegen die zwei Schwarzen Himbeeren jeweils etwa gleich auf.

Wichtig auch:
Der Geschmack der Schwarzen Himbeeren ist süß mit kräftigem Aroma, geerntet werden können sie ab Ende Juni. Neben den genannten Sorten Bristol und Litacz sind auch noch Jewel bzw. Black Jewel geläufig. Wie andere Himbeeren auch, kann man sie zu Marmeladen und Fruchtsoßen verarbeiten oder einfach vom Strauch essen.

Zur Studie:
http://www.degruyter.com/view/j/chem.2015.13.issue-1/chem-2015-0143/chem-2015-0143.xml
(Volltext kostenlos verfügbar.)

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