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Wie in der Säftelehre (Humoralpathologie) üblich, führt auch Hildegard von Bingen Dummheit bzw. Torheit auf schlechte Säfte zurück. In ihren "Causae et Curae" schreibt sie:
"In manchen Menschen erzeugen schlechte Säfte auch einen Dunst, der bis zu ihrem Gehirn aufsteigt und das so vergiftet, dass sie davon dumm und vergesslich und ihrer Sinne beraubt werden." (Abschnitt 303)

Hildegard wäre aber nicht Hildegard, hätte sie nicht auch gegen dieses "Leiden" ein paar Rezepte. Schon im ersten Kapitel ihrer "Physica", dem Kapitel zum Weizen, schreibt sie:
"Aber wenn jemand ein leeres Gehirn hat und deswegen so an Verstandesverlust leidet, als ob er wahnsinnig sei, dann nimm trotzdem ganze Weizenkörner und koch sie in Wasser, weil die Frucht voll von Fett ist und weil sie den Wahnsinn unterdrückt. (...) Wenn möglich, rasiere die Haare am Kopf ab, damit dieser Saft umso schneller den Schädel durchdringt. So wird sich das Gehirn des Betroffenen von diesem Saft wieder füllen, und er wird seine Kräfte bis zum gesunden Zustand wiedererlangen; tu das, bis er wieder zu seinem Verstand kommt." (I.1)

Zur Betonie schreibt sie:
"Ein Mensch, der dumm und töricht ist, so dass es ihm an Verstand fehlt, der soll Betonie gleichsam zu Saft zerstoßen und zur Nacht über seine ganze Brust und über sein Herz legen und bis zum Morgen mit einem Tuch verbinden. Das soll er oft tun, und er wird zu seinem Verstand zurückkehren, weil sie ihm durch ihre gute Wärme einen sanften Schlaf bringt und seine Sinne reinigt." (I.128)

Die bekannteste Stelle ist vermutlich im Kapitel zum Saphir zu finden:
"Auch wer töricht ist, so dass ihm jede Einsicht fehlt, aber doch klug sein möchte und es nicht sein kann und nicht an Bosheit denkt und nicht nach dieser strebt, der soll oft nüchtern mit seiner Zunge an einem Saphir lecken. Er soll das oft tun, und die Torheit in ihm wird vermindert, und er wird klüger als gewohnt." (IV.6)

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