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Schmerzen und Krämpfe im Bauch, Übelkeit und immer wieder Durchfall - in Deutschland leiden rund 300.000 Menschen an den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Besonders unangenehm für die Betroffenen: Beide Erkrankungen verlaufen schubweise, sind nicht heilbar und erfordern daher die jahrelange Einnahme von Medikamenten. Eine jetzt veröffentlichte Langzeitbeobachtung belegt die hohe Akzeptanz und sichere Anwendung eines Phythotherapeutikums bei chronischer Dickdarmentzündung, Colitis ulcerosa, über einen Zeitraum von fünf Jahren [Literatur 1]:

80 Prozent der befragten Patienten waren weiterhin zufrieden mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit des Pflanzenmedikamentes. Die aktuellen Ergebnisse bestätigen die Befunde einer von 2008 bis 2010 durchgeführten Studie, die zeigen konnte, dass die Pflanzenkombination aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle zur Erhaltung der Beschwerdefreiheit (schubfreien Phase) vergleichbar wirksam war wie ein chemisch-synthetisches Standardmedikament [Literatur 2]. „Die positiven Ergebnisse beider Studien sprechen dafür, dass die Pflanzenarznei eine vielversprechende Ergänzung der Behandlungsmöglichkeiten bei Colitis ulcerosa darstellen kann“, erklärt der Gastroenterologe und Studienleiter Professor Dr. Jost Langhorst, Kliniken Essen-Mitte.

Im Rahmen der von 2008 bis 2010 durchgeführten Untersuchung nahmen erwachsene Patienten mit Colitis ulcerosa in der schubfreien Phase über einen Zeitraum von zwölf Monaten dreimal täglich das pflanzliche Arzneimittel oder das Standardmedikament (Mesalazin) ein. In dieser Studie zeigte sich, dass sich die Krankheitsaktivität, die Rückfallquote und die Dauer bis zum ersten Rückfall nicht statistisch signifikant unterschieden. Ziel der jetzt veröffentlichten Langzeitbeobachtung war die Dokumentation des Krankheitsverlaufs der damaligen Studienteilnehmer über einen Zeitraum von fünf Jahren. Über 80 Prozent der befragten Teilnehmer waren auch über den fünfjährigen Beobachtungszeitraum mit dem pflanzlichen Arzneimittel zufrieden. Kein Patient berichtete von relevanten Nebenwirkungen, was die Ergebnisse der ursprünglichen Studie bestätigt. „Das spricht dafür, dass das pflanzliche Arzneimittel bei Colitis ulcerosa eine wirksame pflanzliche Alternative zum Erhalt der Beschwerdefreiheit darstellen kann und zur Langzeitanwen-dung geeignet ist“, so das Fazit von Langhorst.

Eine Auswertung von weiteren in der Vergleichsstudie erhobenen Daten [Literatur 3] zur Untersuchung des Wirkmechanismus hat gezeigt, dass die Pflanzenarznei im Vergleich zum chemisch-synthetischen Standardmedikament über einen anderen Mechanismus wirkt. Das Phytotherapeutikum unterstützt die Abwehr- und Heilmechanismen des Körpers auf natürliche Weise direkt im Darm, de facto am Ort des Geschehens. Das lässt darauf schließen, dass die natürliche Reaktion des systemischen Immunsystems von dem pflanzlichen Arzneimittel - im Gegensatz zum Standardmedikament - nicht beeinflusst wird. Zwei weitere Untersuchungen der Universität Leipzig [Literatur 4, 5] haben darüber hinaus wichtige Mechanismen entschlüsselt, auf der die anti-entzündliche Wirkung der Pflanzenarznei aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle basiert: in den Fresszellen des Immunsystems werden entzündungsfördernde Prozesse gehemmt. Die Leipziger Wissenschaftler konnten außerdem belegen, dass sich die Pflanzenstoffe in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.

Die Myrrhe besitzt entzündungshemmende Eigenschaften, senkt den Spannungszustand der glatten Darmmuskulatur und ist daher in der Lage Darmkrämpfe zu lindern. Auch die Kamille wirkt entzündungshemmend sowie antibakteriell und entblähend. Kaffeekohle hemmt ebenfalls Entzündungsprozesse und verstärkt somit die Wirkung von Myrrhe und Kamille. Durch die große Oberfläche der Kaffeekohle können zudem schädliche Stoffe gebunden und ausgeschieden werden. Eine Behandlung mit der Pflanzenkombination wird dem physiologischen Geschehen im Darm gerecht und vermeidet Dysregulationen und Schleimhautschädigungen. Darüber hinaus reguliert sie die gestörte Motorik im Magen-Darm-Trakt. Wegen seiner guten Verträglichkeit ist das Pflanzenpräparat in besonderem Maße für eine Langzeittherapie geeignet.

Literaturhinweise:
1. Langhorst J, Lauche R, Koch, A.K. Myrrhe, Kamille und Kaffee-kohle in der Therapie von Patienten mit Colitis ulcerosa. Eine retrospektive Kohortenstudie mit 5-Jahres-Follow-up. Z Phy-tother 2016;37(6):249-253
2. Langhorst J, Varnhagen I, Schneider SB, Albrecht U, Rueffer A, Stange R, Michalsen A, Dobos GJ. Randomised clinical trial: a herbal preparation of myrrh, chamomile and coffee charcoal compared with mesalazine in maintaining remission in ulcera-tive colitis - a double-blind, double-dummy study. Aliment Pharmacol Ther. 2013 Jul 4. doi: 10.1111/apt.12397
3. Langhorst J, Frede A, Knott M, Pastille E, Buer J, Dobos GJ, Wes-tendorf AM. Distinct kinetics in the frequency of peripheral CD4+ T cells in patients with ulcerative colitis experiencing a flare during treatment with mesalazine or with a herbal prepa-ration of myrrh, chamomile and coffee charcoal. PLoS One. 2014 Aug 21;9(8): e104257. doi: 10.1371/journal.pone.0104257. eCollection 2014
4. Vissiennon C, Hammoud D, Goos KH, Nieber K, Arnhold J. Syn-ergy Research: Investigating the combined action of chamo-mile, myrrh and coffee charcoal on chemokine release of ac-tivated human macrophages. Z Phytother 2016a; 37 (Suppl 1) S50
5. Vissiennon C, Hammoud D, Jente R, Goos KH, Nieber K, Arn-hold J: Chamomile flower, myrrh and coffee charcoal, com-ponents of a traditional herbal medicinal product, diminish pro-inflammatory activation in human macrophages. Z Phy-tother 2016b; 37(Suppl 1) S50

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