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Im Zeitalter des Internets ist es einfacher denn je, Informationen zu bestimmten Heilpflanzen und ihren Anwendungsgebieten zu finden, doch ist es für den interessierten Laien teils sehr schwer, hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Daher haben wir eine kleine, kommentierte Übersicht von Quellen zusammengestellt, mit denen auch wir innerhalb der Forschergruppe arbeiten.

Eine der besten Quellen im deutschsprachigen Internet, um sich schnell und fundiert zu informieren, ist das Arzneipflanzenlexikon der Kooperation Phytopharmaka:
http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon

Hier finden sich Porträts zu etwa 170 Pflanzen auf Basis der einschlägigen Monographien der deutschen Kommission E, der europäischen ESCOP und des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Medizinagentur (EMA). Die Porträts enthalten kurz und bündig alle wichtigen Informationen: Verwendete Pflanzenteile (Organe), die durch wissenschaftliche Studien bestätigten Anwendungsgebiete, daneben die anerkannte traditionelle Verwendung, aber auch mögliche Neben- und Wechselwirkungen sowie Hinweise zur Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren.

Wem das nicht genug ist und wer sich auch vor der englischen Sprache nicht scheut, dem seien die sehr ausführlichen und frei verfügbaren Monographien der EU empfohlen:
https://www.ema.europa.eu/en/medicines/field_ema_web_categories%253Aname_field/Herbal

Derzeit gibt es bereits über 170 abgeschlossene Monographien, Dutzende weitere sind in Vorbereitung (auch diese kann man schon einsehen). Die Pflanzen sind hier alphabetisch nach ihrem botanischen Namen aufzufinden. Die sehr umfangreichen Assessment Reports sind im Grunde Metastudien des verfügbaren wissenschaftlichen Materials, auf deren Basis der Ausschuss eine Bewertung abgibt. Unterschieden wird zwischen „well-established use“ auf wissenschaftlicher Basis und „traditional use“ aufgrund langjähriger Tradition und wissenschaftlicher Plausibilität. Es ist angekündigt, dass diese Monographien nach und nach auch in laienverständlicher Form angeboten werden. Derzeit gibt es bereits einige dieser Kurzfassungen in Englisch, weitere EU-Sprachen sollen folgen.

Wer stets über aktuelle Meldungen zur Pflanzenheilkunde oder der Naturheilkunde informiert sein möchte, dem sei neben unserer Facebook-Seite auch unsere relativ neue Gruppe empfohlen:
https://www.facebook.com/groups/865825486824560/

Des Weiteren gibt es das Blog von Martin Koradi aus der Schweiz, der teils bissig, aber immer sehr fundiert aktuelle Meldungen aus den Mainstream-Medien kommentiert:
http://heilpflanzen-info.ch/cms/pflanzenheilkunde-blog

Eine Fundgrube für interessante Rezepte aller Art ist das Blog von Dr. Mirjam Falge:
http://www.kleine-miri.de/blog/

Wer lieber mit Büchern arbeitet, für den haben wir auch noch einige Buchtipps:
Drei Werke von Professoren haben in der deutschsprachigen Fachliteratur einen besonderen Stellenwert. Das von Prof. Rudolf Fritz Weiss begründete „Lehrbuch Phytotherapie“ war das erste wissenschaftliche Buch zur Pflanzenheilkunde in deutscher Sprache und wird auch heute noch, von Prof. Volker Fintelmann, in überarbeiteter Fassung herausgegeben. Prof. Max Wichtl ist der Hauptautor von „Teedrogen und Phytopharmaka“, einem großformatigen Lehrbuch, an dem auch unser Gründungsmitglied Prof. Franz-Christian Czygan bis zu seinem Tod mitgearbeitet hat. Dieses Werk hat unter Pharmazeuten den höchsten Stellenwert, ist aber für absolute Laien eher ungeeignet. Näher an der Praxis ist der „Leitfaden Phytotherapie“ von Prof. Heinz Schilcher, der im Juni 2015 verstorben ist. In seinem Werk finden sich nicht nur Monographien zu allen anerkannten Arzneipflanzen, sondern in einem Praxisteil auch systematisch alle Erkrankungen, bei denen eine Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln sinnvoll ist. Einen ähnlichen Ansatz, aber in zwei Bände aufgeteilt, verfolgt „Heilpflanzenpraxis heute“ von Siegfried Bäumler.

Für den Einsteiger und die Selbstmedikation geeignet ist „Das große Buch der Klosterheilkunde“, das auf Basis unserer Arbeit entstanden ist und etwas mehr historischen Background beinhaltet, aber auch die einschlägigen Monographien berücksichtigt.

Für Naturheilkunde allgemein empfehlen wir das „Lehrbuch Naturheilverfahren“ von Prof. Karin Kraft und Dr. Rainer Stange sowie den „Leitfaden Naturheilverfahren“ von Prof. André-Michael Beer und Dr. Martin Adler.

Zum Abschluss noch einige Hinweise:
Die Wikipedia ist in der Regel besser als ihr Ruf. Gerade in den Bereichen Botanik und Medizin arbeiten im Hintergrund Fachredaktionen mit großer Expertise. Das ist kein Garant dafür, dass Informationen immer richtig oder vollständig sind, aber bei den geläufigen Heilpflanzen und Erkrankungen ist die Qualität ziemlich gut. Man sollte darauf achten, dass besondere Aussagen in den Artikeln auch durch seriöse Quellen belegt sind und ggf. lohnt auch mal ein vergleichender Blick in die englische Version eines Artikels.

Die Redaktion Medizin der deutschsprachigen Wikipedia hat eine Negativliste mit unseriösen Webseiten erstellt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Redaktion_Medizin/Externe_Links

Weitere Hinweise finden sich in einem Artikel von Prof. Gerald Gartlehner, dem Leiter von Cochrane Österreich:
http://derstandard.at/2000013801769/Gesuender-googeln