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Übergewicht und Adipositas sind in unserer heutigen Überflussgesellschaft grundlegende Probleme. In Deutschland gelten mehr als 60 Prozent der Männer als übergewichtig, bei den Frauen sind es etwa 45 Prozent. Bis zu ein Viertel der Bevölkerung gilt als adipös, wobei der Anteil der Männer hier nur geringfügig höher liegt als bei den Frauen.

Eine Gewichtszunahme von bis zu einem halben Kilogramm im Jahr gilt bei Erwachsenen als natürliche Begleiterscheinung des Alterns. Doch schon alleine das hat in einer immer älter werdenden Gesellschaft massive Auswirkungen auf die Volksgesundheit. Hinzu kommt eine beängstigende Geschwindigkeit, mit der sich die Adipositas weltweit verbreitet, vor allem in den USA, gefolgt von Mexiko und Großbritannien. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, Hyperlipoproteinämien und Gicht werden direkt mit Adipositas assoziiert.

Die gängige Einteilung der WHO nach dem sogenannten Body-Mass-Index (Quotient aus Körpermasse und dem Quadrat der Körpergröße) klassifiziert bei Erwachsenen folgende Stufen:
Ein BMI unterhalb von 18,5 gilt als Untergewicht, zwischen 18,5 und 25 sind als Normalgewicht definiert. Der Bereich zwischen 25 und 30 gilt als übergewichtig, die drei Stufen der Adipositas liegen zwischen 30 und 35, 35 und 40 sowie über 40.

Anzumerken ist, dass dieser Index für medizinische Zwecke individualisiert bzw. angepasst wird, da Muskelmasse, höhere Knochendichte, stärkere Knochen- und Gelenkdurchmesser, größere Schulterbreite und weitere Faktoren besonders bei Sportlern das Ergebnis stark verfälschen können.

Als häufigste Ursachen der Adipositas gelten Über- bzw. Fehlernährung und Bewegungsmangel, sozio-kulturelle und genetische Faktoren sowie als Folgeerscheinung anderer Erkrankungen wie bspw. Schilddrüsenunterfunktion. Ebenso gibt es Hinweise darauf, dass die  Schlafgewohnheiten einen nicht unerheblichen Einfluss ausüben: Ausreichend Schlaf in hoher Qualität kann Übergewicht vermeiden helfen.

Differenziert werden müssen die hypertrophe Form der Adipositas, bei der lediglich die Fettzellen vergrößert sind. Hier sind therapeutische Maßnahmen besonders wirksam. Bei der hyperplastischen Form liegen vermehrt Fettzellen vor, meist bereits in der Kindheit. In diesen Fällen sind Reduktion der Energiezufuhr und erhöhte körperliche Aktivität weniger gut wirksam.

Ansätze der Ernährungstherapie sind insbesondere die Korrektur des Lebensmittelverzehrs mit weniger Fett und mehr komplexen Kohlenhydraten bzw. Ballaststoffen, die Betonung von kognitiven, emotionalen Aspekten der Ernährung sowie zusätzlich Bewegungstherapie bis hin zu Ausdauersport. Für eine erfolgreiche Therapie sind aber immer auch sehr individuelle Aspekte zu berücksichtigen, so dass Pauschalaussagen, wie sie oftmals vor allem in der Laienpresse und in populär-wissenschaftlichen Publikationen getroffen werden, häufig am Ziel vorbeischießen oder gar kontraproduktiv sind. Es kann beim Thema Ernährung nicht oft genug betont werden, dass die persönliche Veranlagung des Einzelnen für jede Therapie ausreichend berücksichtigt werden muss. Ebenso sollte jede Therapie langfristig angelegt sein, sogenannte Blitz-, Crash- und Hunger-Diäten oder andere Außenseiterdiäten versprechen kaum dauerhaften Erfolg.

Heilfasten unter therapeutischer Aufsicht kann eine erfolgreiche Therapie einleiten, wenn Ausschlusskriterien ebenso bedacht werden wie intensive physio- und ordnungstherapeutische Maßnahmen. Folge extremer diätetischer Maßnahmen können Störungen des Essverhaltens sein, die in jüngster Zeit in besorgniserregender Zahl zugenommen haben und dies erstaunlicherweise auch bei Männern.

Hypokalorische Kostformen können bei extremen Formen der Adipositas sowie bei bevorstehenden Operationen sinnvoll sein. Verbreitet ist hier die Abkürzung VLCD (very low calory diet). Formuladiäten können eine Therapie ebenso einleiten, dürfen aber nie die alleinige Maßnahme darstellen.

Bestandteil eines erfolgreichen Verhaltensmanegements ist immer auch die Rückfallprophylaxe, um problematischen Situationen und anschließenden Schuldgefühlen vorzubeugen. So kann ein frühzeitiger Therapieabbruch ggf. verhindert werden.

Bei der richtigen Auswahl der Nahrungsmittel spielen individuelle Faktoren eine große Rolle, generell sollte aber die Zufahr an Fett und Zucker reduziert werden. Hilfreich sind Listen mit Ersatzlebensmitteln zum bisher regelmäßig Verzehrten. So kann sich der Betroffene für den Fett- und Zuckergehalt bzw. den Energiegehalt der Produkte sensibilisieren und die Ernährung langfristig umstellen.

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