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Nicht ganz unpassend zur Weihnachtszeit wurde der Weihrauch zur Heilpflanze des Monats Dezember 2011 gewählt. „Weihrauch“ ist das Gummiharz von verschiedenen Boswellia-Arten aus der Familie der Balsamstrauchgewächse (Burseraceen).

Weihrauch - Boswellia sacra L.Weihrauch ist ein uraltes Arzneimittel, das früher vor allem von Boswellia sacra L. gewonnen wurde. Diese Art ist im Süden der arabischen Halbinsel in der Region Dofar (Oman) beheimatet. Erst in den 1980ern wurde der Weihrauch für Europa wiederentdeckt. Weil die Anregung aus Indien kam, wird seither vor allem der indische Weihrauch von Boswellia serrata L. verwendet. Er ist in dem Präparat H15 enthalten, das aus Indien über die Schweiz bezogen werden kann. Allerdings ist Weihrauch in Deutschland kein zugelassenes Medikament, weshalb er vom deutschen Arzneimittelhandel nicht geführt wird. Man kann sich jedoch Weihrauch vom Arzt verschreiben lassen und dann in der Apotheke bestellen.

Die pharmakologischen Studien wurden vor allem an der Universität Tübingen vorangetrieben. Dabei zeigte sich, dass die Boswellia-Säuren der wichtigste Inhaltsstoff des Weihrauchs sind. Das Harz hat eine schmerzlindernde, entzündungs- und bakterienhemmende Wirkung. Die Beobachtungen legen nahe, dass Weihrauch besonders bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen sinnvoll ist. Deshalb wurde er in den letzten beiden Jahrzehnten bei chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Entzündungen und Gelenkerkrankungen (Polyarthritis) und Asthma bronchiale eingesetzt. Leider gibt es aber nicht genügend klinische Studien, die diese Anwendungen wissenschaftlich ausreichend belegen.

Im Orient wird Weihrauch auch als Schutz vor Erkältungskrankheiten gekaut.

Neue Untersuchungen lassen vermuten, dass der aus Nordafrika (Äthiopien und Somalia) stammende Weihrauch mehr Boswellia-Säuren enthält als der indische.