XING

Facebook

Twitter

Google+

Heil- und Arzneipflanzen im Überblick:

Der Ginkgo-Baum nimmt eine absolute Sonderstellung unter den Holzgewächsen ein: er ist weder Nadel- noch Laubbaum. Vielmehr stellt Ginkgo biloba den letzten lebenden Vertreter aus der botanischen Gruppe (Ordnung) der Ginkgopflanzen (Ginkgoales) dar, man spricht deshalb gerne von einem „lebenden Fossil“. Als Fossilien konnten bislang insgesamt 17 Arten nachgewiesen werden, die bis zur Kreidezeit auf der ganzen Erde zu finden waren.

Ginkgo – Ginkgo bilobaGinkgo-Bäume sind sehr robust und können bis zu 1000 Jahre alt werden. In China, wo der Ginkgo als heiliger Baum in Tempelbezirken gepflanzt wurde, soll es sogar ein dreitausend Jahre altes Exemplar geben. Nach Europa kehrte der Ginkgo erst vor relativ kurzer Zeit zurück: um 1730 brachten holländische Seefahrer die ersten Pflanzen in ihre Heimat. Der älteste Ginkgobaum Deutschlands steht in Frankfurt am Main, der Geburtstadt Goethes, der dem Ginkgoblatt ein berühmtes Gedicht gewidmet hat.

Das Blatt ist auch der Ausgangspunkt für den Ginkgo-Extrakt, der in der modernen Phytotherapie verwendet wird. Der Einsatz der Droge selbst ist nicht üblich.

Der Ginkgo-Extrakt wird nicht nur über Importe aus seinen Herkunftsländern China, Japan und Korea gewonnen, der Baum wird für die Arzneiherstellung auch in Deutschland kultiviert.
Als wichtige Wirkstoffe gelten in der aktuellen Forschung die Terpenlactone (vor allem Ginkgolide), Sesquiterpenlactone (hauptsächlich Bilobalid) und die Polyphenole bzw. Flavonoide (vor allem Quercetin, aber auch Proanthocyane, Biflavone).

Für den Extrakt konnten bislang zahlreiche pharmakologische Wirkungen experimentell nachgewiesen werden; teilweise liegen auch klinische Nachweise vor. So wurde folgendes beobachtet:
- beschleunigte Rückbildung von Hirnödemen
- Steigerung der Gedächtnisleistung und des Lernvermögens
- Förderung der Kompensation von Gleichgewichtsstörungen
- Förderung der Durchblutung, vorzugsweise im Bereich der Mikrozirkulation
- Verbesserte Fließeigenschaften des Blutes
- Ausschaltung toxischer Sauerstoffradikale (antioxidative Wirkung)
- Schutz von Nervenzellen (neuroprotektive Wirkung)

Anwendung:
Demnach wird als ein Einsatzgebiet von Ginkgo-Extrakten die symptomatische Behandlung von Demenzerkrankungen genannt, die sich durch Symptome wie Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Schwindelgefühl, Ohrensausen (Tinnitus) und Kopfschmerzen bemerkbar machen.
Auch bei einzeln auftretenden Beschwerden wie Tinnitus, Schwindel oder Konzentrationsstörungen können Ginkgo-Extrakte hilfreich sein.
Eine weitere sinnvolle Indikation ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit: die sogenannte „Schaufensterkrankheit“. Unter dem Einsatz von Ginkgo-Extrakt konnte eine Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke beobachtet werden.

Bei Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen ist die Kombination mit B-Vitaminen (B1, B6, B12) sinnvoll.

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) neben den Blättern auch der Samen Verwendung findet. Dort wird der Samen bei Alkoholmissbrauch, eitrigen Entzündungen der Schleimhaut, zur Wiederherstellung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Steigerung der sexuellen Energie und der Samenproduktion verwendet; die Blätter dagegen zur Unterstützung des Kreislaufs und zur Behandlung von Wunden als Wundauflage.

Zum Seitenanfang