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Heil- und Arzneipflanzen im Überblick:

Alte Namen wie Odinskopfwurzel und Altwurzel zeigen, dass der Alant zu den großen alten Arzneipflanzen gehört. Das bis zu eineinhalb Meter hohe, stattliche Gewächs wurde auch Gartensonne und Sonnenblume genannt. Tatsächlich erinnern die Blüten des Korbblütlers (Asteraceae) noch mehr an die Sonne als die der heute so beliebten Sonnenblume auf den Feldern.
Der Alant kommt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa, wurde in Mitteleuropa und in Nordamerika eingebürgert und befindet sich bereits seit Jahrtausenden im Gebrauch der menschlichen Zivilisation.

Alant - Inula helenium L.Der Name Helenium (ursprünglich griechisch „helenion“) ist von dem seltenen griechischen Wort „Helos“ (feuchte Wiese) abgeleitet. Weil dieses Wort schon bald nicht mehr verstanden wurde, kam es zu einer Legendenbildung um die schöne Helena aus der „Ilias“ Homers, der Dichtung um den Kampf um Troja. Demnach soll der Alant aus den Tränen der Helena entstanden sein, die sie nach ihrer Entführung nach Troja vergoss.

In der traditionellen Heilkunde wurde der Alant vor allem bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma und Lungenleiden sowie bei Beschwerden des Magen-/Darmtraktes, der Nieren und der ausleitenden Harnwege angewendet.

Heute wird ausschließlich die Wurzel der Pflanze (Helenii rhizoma) genutzt, die Bitterstoffe und bis zu 44 Prozent Inulin enthält.
Inulin ist ein nach dem Alant (Inula) benannter Ballaststoff, der auch Alantstärke genannt wird. Es handelt sich um ein sehr langkettiges Gemisch aus Polysacchariden, das aktuell verstärkt in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. Es kann als Stärkeersatz bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) genutzt werden, weil Inulin den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. Der menschliche Organismus kann Inulin nicht aufnehmen, da ihm das entsprechende Enzym dafür fehlt. Im Darm dient es allerdings den nützlichen Milchsäurebakterien als Nahrung. Eine gesunde Darmflora kann Krankheitserregern, Entzündungen und sogar der Entstehung von Krebs entgegenwirken. Außerdem bewirkt die Aufnahme von Inulin-haltigen Präparaten ein Sättigungsgefühl und kann so bei Diätkuren zur Gewichtsreduzierung beitragen.

In der Phytotherapie findet sich die Alantwurzel in einigen Kombinationspräparaten für Magen-/Darm-Beschwerden und in Leber-/Galle-Mitteln.

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