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Was Jesus und seine Jünger betrifft, so scheinen sie nicht gerade in dem Ruf gestanden zu haben, besonders große Asketen zu sein. Dem Matthäus-Evangelium zufolge wurden sie sogar „Schlemmer und Weintrinker“ gescholten (Matth. 11, 19).

Im Neuen Testament ist deshalb nicht oft von Fastengeboten und Fastenpraxis die Rede. Gerade die sonst in der Antike so häufig geforderte Abstinenz von Fleisch und Wein wird nicht erwähnt, im Gegenteil.

Paulus setzt sich im 14. Kapitel des Römerbriefs mit den unterschiedlichen Ansichten zu Essen und Trinken auseinander. Gegen Ende ist zu lesen (14,20f.): „Es ist zwar alles rein, doch schlimm ist es für den Menschen, der durch sein Essen Anstoß gibt. Besser ist es, kein Fleisch zu essen und keinen Wein zu trinken, noch irgend etwas, woran dein Bruder Anstoß nimmt.“

Ähnlich äußert sich Paulus auch in 1. Korinther 8, 13. Im 10. Kapitel des Briefes (10, 23ff.) legt er dar, dass der Verzehr von Fleisch nicht verboten ist. Den maßvollen Genuß von Wein empfiehlt der Apostel dem jungen Timotheus sogar aus medizinischen Gründen (1. Tim. 5, 23): „Trinke nicht weiterhin Wasser, sondern nimm etwas Wein wegen deines Magens und deiner häufigen Krankheiten.“ Ansonsten befürwortet er durchaus ein Leben in Askese. Das frühe Christentum kannte kein unreines Essen, die neue Freiheit sollte nicht durch neue Gebote wieder eingeschränkt werden.

Trotz der Haltung Jesu und seiner Apostel führten die Urchristen die jüdische Fastenpraxis zunächst weiter. Anstelle der bei den Juden üblichen wöchentlichen Fastentage Montag und Donnerstag, wählte man jedoch den Mittwoch und den Freitag. Und obwohl der Völkerapostel Paulus den Wein lobte, gehörte bei den Asketen des frühen Christentums im 2. und 3. Jahrhundert die Enthaltsamkeit von Fleisch und Wein zu ihrer Fastenpraxis. Dies geschah jedoch immer freiwillig, ein entsprechendes Gebot der Kirche gab es dazu nicht.

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