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Rohköstler lehnen das Erhitzen von Lebensmitteln auf Temperaturen über ca. 40° C ab und verzehren ihre Speisen deshalb ausschließlich roh. Ob die Nahrungsmittel pflanzlicher oder tierischer Herkunft sind, ist hier zunächst nicht entscheidend. Wichtig ist für die Rohkosternährung, dass die Lebensmittel möglichst naturbelassen und weitgehend unverändert sind. Für die Ernährung verwendet werden also rohe pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst, Nüsse, kaltgepresste Öle sowie getrocknetes oder kaltgeräuchertes Fleisch bzw. Fisch.
 
Die Idee, dass es besonders gesund sei, ausschließlich rohe, d. h. nicht durch Kochen, Braten, Backen oder heißes Räuchern erhitzte Lebensmittel zu sich zu nehmen, ist keine Erfindung unserer Zeit – bereits der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras empfahl im 6. Jahrhundert vor Christus manchem seiner Anhänger diese Ernährungsweise.
 
Im 20. Jahrhundert bildeten sich in der modernen Rohkostbewegung zahlreiche Untergruppen mit speziellen Ernährungsanweisungen heraus:
So gibt es bspw. die Instinktotherapie, die davon ausgeht, dass man durch das Beachten von persönlichen Vorlieben und Abneigungen instinktiv die individuell richtigen rohen Lebensmittel auswählt.
Die Urkost-Theorie dagegen sieht auch den Verzehr von wildwachsenden Kräutern vor und verbietet das Waschen der Früchte und Kräuter, um die anhaftenden Mikroorganismen als Vitaminlieferanten mitessen zu können. Auch der gelegentliche Verzehr von anorganischen Stoffen in Form von Erde wird hier empfohlen.
 
Eine umfassende wissenschaftliche Studie zur Rohkosternährung (Gießener Rohkoststudie 2005) zeigte, dass die Lebensmittel sehr vieler Rohkost-Anhänger bis zu zwei Dritteln aus Obst bestanden. Unter dieser sehr fruchtsäurelastigen Ernährungsform litt allerdings häufig die Zahngesundheit der untersuchten Rohköstler. Über 50 Prozent der Untersuchten waren untergewichtig. Positiv fiel auf, dass nur 1 Prozent der Probanden an Übergewicht litt. Die Versorgung mit verschiedenen Vitaminen fiel unterschiedlich gut aus: Viele Vitamine lagen oberhalb der geforderten Grenzwerte, die Vitamine B12 und D lagen allerdings deutlich darunter. Die Versorgung der Rohkostanhänger mit Eisen erwies sich in der Studie als umso schlechter, je länger die Rohkosternährung bereits angedauert hatte.
 
Bewertung:
Da es sehr viele Unterformen der Rohkosternährung gibt, ist eine einheitliche Bewertung kaum möglich. Bestimmte, sehr extreme Formen der Rohkost sind als Dauerernährung kaum geeignet, da sie zu Mangelzuständen führen können. Als Dauerernährung für Erwachsene, die über gute Kenntnisse der Ernährungslehre verfügen, ist die Rohkost dann geeignet, wenn sie kombiniert wird mit Getreide und Milchprodukten.
 
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