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Die strengen Fastenformen innerhalb des Christentums sind im Mönchtum entstanden. Über die frühen Mönche wurde bald berichtet, dass sie sich in der Einschränkung der Ernährung und der Zurückgezogenheit gegenseitig zu überbieten suchten.
 
Viele nahmen nur jeden zweiten Tag Nahrung zu sich, andere aßen während einer Fastenperiode nur am Samstag und Sonntag. Die ersten Mönche wollten auf Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte sowie Wein völlig verzichten. Manche verzehrten sogar nur Kräuter und rohes Gemüse, andere kochten zumindest ihre vegetarische Kost.
 
Der Wüstenvater Antonius (gest. 365) soll nur einmal am Tage nach Sonnenuntergang gegessen haben, wobei er diese Nahrungsaufnahme für zwei bis vier Tage aussetzte. Und auch dann soll er nur Brot, Salz und Wasser zu sich genommen haben.
 
Recht extreme Einstellungen finden sich in Europa besonders im irischen Mönchtum. In der Regel des Kolumban heißt es im 3. Kapitel, dass das Essen der Mönche sehr dürftig sein soll und erst am Abend eingenommen wird. Idealerweise sollte der Mönch immer hungrig sein und ebenso wie er jeden Tag betet, arbeitet und schläft auch täglich fasten.
 
Im Gegensatz dazu sah Benedikt von Nursia in seiner Regula von etwa 527 keine extreme Fastenpraxis vor. Die Bestimmungen, die er zum Fasten gab, sind teilweise freiwillig.
 
Seine Fastenregeln:
Vom Genusse des Fleisches vierfüßiger Tiere sollen sich alle vollständig enthalten, mit Ausnahme der ganz Schwachen und Kranken (Kap. 39).
Während der Fastenzeit soll es nur eine richtige Mahlzeit geben, und zwar am Abend (Kap. 41).
Darüber hinaus soll jeder Mönch freiwillig weitere Einschränkungen an Speise, Trank, Schlaf, Reden und Scherzen erbringen, und so in der Freude geistlicher Sehnsucht dem heiligen Osterfeste entgegen harren (Kap. 49).
Grundsätzlich sollte auch nach Benedikt das Leben des Mönches immer eine Übung der Fasten sein (Kap. 49).
 
Da die Regula des hl. Benedikt das Vorbild für alle übrigen Ordensgründungen des Mittelalters wurde, verschwanden die ganz extremen Formen des Fastens.
 
Das Mönchtum betrachtete das Fasten als eine Waffe gegen Dämonen, die durch die Leidenschaften wirken (tatsächlich sinkt beim Fasten die Libido des Mannes).
Das Trauerfasten scheint keine große Bedeutung gehabt zu haben, dagegen betonte man die positiven Aspekte des Fastens, das sogar zur Freude führen soll.
 
Das Fasten macht nach Eusebius von Alexandrien (hom. 1, 317D) die Menschen den Engeln gleich. Basilius, einer der Väter des Mönchtums der Ostkirche beschreibt das Fasten als eine Rückkehr zum Paradies (‚Über das Fasten’ 1, 3). Es wurde aber auch als ein Weg gepriesen, um den Gewinn geistlicher Erkenntnis zu befördern, um Besonnenheit und Selbstbeherrschung zu erlangen (Johannes Chrysostomus).