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Basilius der Große (gest. 379), Bischof von Caesarea und Vater des Mönchtums der Ostkirche, schrieb mit ‚Über das Fasten‘ (‚In ieiunium’) einen sowohl interessanten als auch humorvollen Traktat zum Fasten.
 
Basilius fordert dazu auf, auch die Geschichte des Fastens zu betrachten:
„Gehe bis dahin die Geschichte durch und forsche nach seinem Alter. Es ist keineswegs eine neue Erfindung, es ist ein von den Vätern ererbtes Kleinod. (...) Habe Ehrfurcht vor dem hohen Alter des Fastens! Es ist so alt wie das Menschengeschlecht...“
 
Basilius meint hier tatsächlich Adam und Eva und schreibt weiter:
„Im Paradiese gab es keinen Wein, wurden keine Tiere geschlachtet, wurde kein Fleisch gegessen.“
 
Basilius schreibt in Kap. 4:
„Schütze nicht Körperschwäche und Unmöglichkeit vor. Denn nicht mir, sondern dem Allwissenden sagst du diese Vorwände. Ei wie? Du kannst nicht fasten; aber dich mit Speise füllen und den Leib durch die Menge des Gegossenen aufreiben, das kannst du? Und doch weiß ich, dass die Ärzte den Kranken nicht allerhand Speisen, sondern Fasten und Enthaltsamkeit vorschreiben. (...)
Was ist dem Leibe zuträglicher: mit geringer Diät die Nacht zuzubringen oder mit Speisen überladen dazuliegen? Nein, nicht zuliegen, sondern ihn ächzend und stöhnend hin und her zu wälzen. Es sei denn, du sagtest, die Schiffer retteten ein mit Gütern beladenes Schiff leichter, als ein weniger schwer beladenes und leichtes. Das schwer beladene sinkt bei geringem Wellengang, während das leicht beladene über die Wellen dahin gleitet und sich ungehindert auf der Höhe hält. Ebenso werden auch die Menschen, die sich beständig sättigen und mit Speisen beladen, leicht in Krankheiten versenkt; diejenigen dagegen, welche mit einer mäßigen und leichten Nahrung vorliebnehmen, entgehen nicht allein dem gefürchteten Übel einer Krankheit wie einem sich erhebenden Sturm, sondern wenden auch, wie den Anprall gegen eine Klippe, die bereits eingetretene Unpässlichkeit von sich ab. Dann ist nach deiner Ansicht auch wohl Ruhen mühevoller als Laufen und Nichtstun beschwerlicher als Kämpfen; denn du sagst ja, es sei für die Kranken zuträglicher, zu schwelgen, als sich mit leichter Kost zu begnügen. Allein der tierische Organismus verdauet leicht eine mäßige und einfache Nahrung und eignet sie sich an; wird er aber mit köstlichen und verschiedenen Speisen beladen, die er nicht bewältigen kann, so entsteht daraus mancherlei Arten von Krankheiten. “
 
Weitere Zitate von Basilius dem Großen
Basilius betont in seiner Rede ‚Über das Fasten’, dass sich der wahre Faster durch Fröhlichkeit auszeichnet. Das Fasten ist die Speise der Seele, es dient zur Beherrschung der Leiblichkeit, zur Abtötung von schlechten Gewohnheiten, auf der anderen Seite erhöhe es sogar den Genuß der Speisen an den Festtagen.
 
Aus dem 6. Kapitel:
„Fasten erzeugt Propheten und kräftigt die Starken; Fasten macht weise Gesetzgeber, ist ein guter Schutz der Seele, ein sicherer Gefährte für den Leib, eine Rüstung für die tapferen Streiter, eine Übungsschule für Wettkämpfer.“ (Für den 4. Fastentag.)
 
Den geübten Fastenden beschreibt Basilius treffend:
„Des Fastenden Farbe ist ehrwürdig, nicht von unverschämter Röte, sondern geschmückt mit bescheidener Blässe, das Auge sanft, der Gang sicher, das Gesicht ernst, nicht von zügellosem Lachen entstellt, die Rede gemessen, das Herz rein.“ (Kap. 8)
 
Vorbereitung auf das Fasten:
„Entschädige dich nicht vorher durch übermäßiges Weintrinken für das nachfolgende Wassertrinken. (...) Der Wettkämpfer übt sich vor dem Kampf, der Fastende ist vorher mäßig.“ (Kap. 10)
 
Das Weintrinken geißelt Basilius mit dem ihm eigenen Humor:
„Ein Diener entläuft dem Herren, der ihn verprügelt, du aber bleibst bei dem Weine, obgleich er dich an den Kopf schlägt.“ (Kap. 10)