XING

Facebook

Twitter

Google+

Die Forschergruppe ist auch heute durch Lehre und Forschung mit der Universität verbunden, agiert wirtschaftlich aber als GmbH.


Dokumentation der traditionellen europäischen Medizin

Um den Arzneipflanzenschatz der Klostermedizin, die auch als traditionelle europäische Medizin verstanden werden kann, umfassend zu dokumentieren, versuchen die Wissenschaftler, alle Kräuter- und Arzneihandbücher von der Spätantike (konkret ab etwa 60 nach Christus) bis ins 16. Jahrhundert zu erfassen und zu analysieren. Dazu arbeiten sie die für die Pflanzen damals üblichen Indikationen und Anwendungen heraus und vergleichen diese mit dem heutigen modernen Stand der Forschung. Dabei ergeben sich auch neue Anwendungen für längst bekannte Arzneikräuter. Diese Untersuchungen werden vor allem im Rahmen von Promotionsarbeiten durchgeführt.


Datenbank und ‚Handbuch der Klosterheilkunde’

Knapp 600 Heilpflanzen hat die Forschungsgruppe mittlerweile grob erfasst; etwa 120 davon – u. a. Baldrian, Beinwell, Hopfen, Fenchel, Ingwer und Zimt – sind ausführlicher bearbeitet. Die Ergebnisse fließen in eine Datenbank ein. Erste Ergebnisse wurden im „Handbuch der Klosterheilkunde“ publiziert, das 2002 erstmals verlegt wurde und mittlerweile als „Das große Buch der Klosterheilkunde“ vorliegt.


Pflanzenabbildungen

Eine Quelle zur Identifikation der Pflanzen und deren Anwendungen können auch die Pflanzenabbildungen sein, die manchmal in den Kräuterbüchern zu finden sind. Aktuell arbeiten die Forscher daran, das vorhandene Bildmaterial auszuwerten. Durch die Abbildungen konnte man in einzelnen Fällen auch die Unterarten der Pflanzen bestimmen; allein mit dem Text ist das in der Regel ausgeschlossen.

Diese Arbeit wird auch in Ausstellungen und einem dazugehörigen Katalog mit dem Titel: „Die Pflanzen der Klostermedizin in Darstellung und Anwendung“ (DWV 2009) von Mayer, Goehl und Englert dokumentiert.


Zisterzienserpater öffnet Pforten

In der Forschergruppe sind neben Johannes Mayer die beiden Würzburger Pharmazeutinnen Dr. Heike Will und Katharina Mantel beteiligt sowie der Altphilologe Dr. Konrad Goehl, der die oft schwer zu entschlüsselnden Quellen zunächst aus dem Lateinischen übersetzt und transkribiert. Dr. Bernhard Uehleke (Freie Universität Berlin) bringt sich mit seiner Expertise zu Naturheilverfahren ein, Dr. Sabine Anagnostou (Universität Marburg) ist Spezialistin für Missionsmedizin, also die Heilpflanzenkenntnisse, die die Mönche aus den Kolonien mitbrachten. Nicht zuletzt ist der Zisterzienserpater Dr. Hermann Josef Roth, promovierter Biologe und Ordenshistoriker aus Bonn, ein wichtiger und kritischer Begleiter. Der ausgewiesene Experte zur Geschichte der Benediktiner und Zisterzienser hat schon manche Pforte zu Bibliotheken (auch von Frauenklöstern) geöffnet.

Zum Seitenanfang