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Heil- und Arzneipflanzen im Überblick:

Die Königskerze, die in vielen Regionen Deutschlands auch Wollblume heißt, gehört zur Familie der Rachenblütler (Scrophulariaceae). Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine große bodenständige Blattrosette, aus der im zweiten Jahr ein kräftiger Stängel wächst, der ein bis zwei Meter hoch werden kann. Ihr Hauptverbreitungsgebiet ist Mitteleuropa, sie ist aber auch in Südeuropa und Nordafrika zu finden.

Königskerze oder Wollblume – Verbascum densiflorum Bertol.Wegen ihrer stattlichen Größe und ihres wunderbaren Blütenstands spielt die Königskerze in Volksbräuchen eine wichtige Rolle; so gehört sie in katholischen Gegenden zu den Kräutern, die am 15. August (Mariä Himmelfahrt) für die Kräuterweihe zu einem Strauß gebunden werden, der dann dem eigenen Haus Glück bringen soll.

In der Medizin wird die Pflanze bereits seit der Antike verwendet. Hildegard von Bingen beschreibt als erste die aktuelle Anwendung: sie empfiehlt die Königskerze zusammen mit Fenchel bei heiserer Kehle und Brustschmerzen, also gegen Bronchitis. Welche Pflanzenteile verwendet werden sollen, verrät sie allerdings nicht.

Heute werden ausschließlich die Blüten der Wollblume in der Phytotherapie genutzt. Sie enthalten Schleimstoffe, Flavonoide, Saponine und Iridoide sowie kleinere Mengen an ätherischem Öl. Für die Verwendung bei Erkältungskrankheiten und Husten sind vor allem die Schleimstoffe und die Saponine von Bedeutung: die Schleimstoffe schützen die Schleimhäute und lindern so die Reizung. Die Saponine lösen den Erkältungsschleim und fördern den Auswurf, haben also eine expektorierende Wirkung. Hinzu kommt noch eine entzündungshemmende Wirkung der Inhaltsstoffe.

Aufgrund der beschriebenen Wirkung ist der Einsatz der Königskerzenblüten bei Katarrhen der oberen Atemwege, vor allem bei Husten und Bronchitis, wissenschaftlich anerkannt.

In der Erfahrungsheilkunde werden die Blüten auch gegen Hämorrhoiden und Durchfall, gegen Ohrenschmerzen und rheumatische Schmerzen verwendet. Ein Bad mit dem Auszug aus den Blüten soll bei juckenden Hautproblemen hilfreich sein.

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