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Bösartige Tumoren im Kopf-Hals-Bereich gehören weltweit zu den häufigsten Malignomerkrankungen. Da sie aber meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden, ist die Prognose derzeit oft sehr schlecht. In Würzburg sucht man deshalb nach neuen Behandlungsmöglichkeiten und bezieht dabei auch längst vergessene Heilpflanzen mit ein. Eine von uns aufgrund ihrer historischen Verwendung hierfür vorgeschlagene Pflanze ist der Königsfarn (Osmunda regalis). Nun wurden die Ergebnisse einer experimentellen Studie veröffentlicht.

Inspiration für die aktuelle Analyse war eine entsprechende Erwähnung im "Kleinen Destillierbuch" des Wundarztes Hieronymus Brunschwig aus dem Jahre 1500, der bereits die Applikation eines Königsfarn-Destillates bei Krebs empfohlen hatte. Die Gattung Königsfarne (Osmunda) umfasst etwa ein Dutzend Arten, Osmunda regalis ist jedoch die einzige in Europa vorkommende Art.

Nach einer phytochemischen Analyse der enthaltenen Tannine, Flavonoide, Saponine, Alkaloide, Glycoside, Steroide und Terpenoide wurde in Würzburg ein ethanolischer Auszug der Wurzeln an verschiedenen Zellkulturen getestet, auch solchen, die nicht auf Paclitaxel aus der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia) ansprachen.

Der Königsfarn-Auszug konnte das Zellwachstum in allen untersuchten Linien deutlich hemmen, ebenso die Zellmigration. Letzteres konnte sogar bei sehr invasiven Linien beobachtet werden.

Die vorliegende Studie rechtfertigt somit den historischen Einsatz von Zubereitungen aus Königsfarn bei Tumorerkrankungen und legt nahe, dass sich eine weitere Beschäftigung mit dieser Pflanze bei malignen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich durchaus lohnen könnte.

Zum Volltext:
https://bmccomplementalternmed.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12906-017-2009-4

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