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Heil- und Arzneipflanzen im Überblick:

Obwohl der Ingwer ursprünglich aus Ostasien stammt und seit alters her in China, Malaysia und Indien angebaut wird, war er bereits den Griechen und Römern in spätantiker Zeit bekannt und wurde sowohl in der Küche als auch in der Heilkunde genutzt. Er wurde vor allem bei Erkältungskrankheiten und bei Magenbeschwerden verwendet. Nicht zuletzt wurde er aber auch gegen die Symptome der Reisekrankheit, wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, etwa bei Seefahrten, eingesetzt. Auch heute gilt der Ingwer auf diesem Gebiet als wichtigstes pflanzliches Mittel.
Die schilfähnliche Pflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae); nahe Verwandte sind der Galgant und die Gelbwurzel.

Ingwer – Zingiber officinale Rosc.Verwendet wird ausschließlich der knollige, vielgliedrige Wurzelstock (Rhizom). Dessen Geruch ist angenehm aromatisch, brennend scharf und würzig im Geschmack.
Die Wirksamkeit wird vor allem vom ätherischen Öl und den Scharfstoffen des Ingwers, den Gingerolen und Shogaolen, bestimmt. Diese Stoffgruppen erzeugen zusammen den aromatisch-scharfen Geschmack. Die Sekretion von Speichel, Gallen- und Magensaft wird gesteigert, und der Mageninhalt wird schneller in den Darm weiterbefördert. Die Gingerole und Shogaole lindern Übelkeit, in dem sie die Brechreizrezeptoren (5-HT3-Rezeptoren) im Gehirn blockieren. Auch zeigten sie in Laborversuchen entzündungshemmende Wirkung und ein antiödematöses Potential. Ingwerextrakte zeigten im Experiment auch einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel.

Das Wirkungsspektrum des Ingwers ist sehr breit: Er fördert die Verdauung insbesondere auch fetter Speisen und lindert Verdauungsprobleme wie Blähungen, Völlegefühl und Krämpfe.
Fest etabliert ist die Empfehlung von Ingwer bei Reiseübelkeit. Auch die Weltgesundheitsorganisation der UNO (WHO) nennt Ingwer als Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen bei Reise- oder Seekrankheit und bei postoperativer Übelkeit.
In Erkältungszeiten, gerade auch bei einem Schnupfen, kann Ingwer für die Prophylaxe und als Therapiebegleitung sinnvoll sein. Regelmäßig angewendet, dürfte er auch bei erhöhten Blutfettwerten, Arteriosklerose und rheumatischen Beschwerden einen positiven Beitrag leisten. In der ayurvedischen Medizin ist Ingwer fester Bestandteil der Migränetherapie.
Die Wirkungen auf Blutgerinnung und Blutfettwerte, rheumatische Beschwerden, Migräne und Erkältungskrankheiten sind allerdings noch nicht ausreichend untersucht. Auf jeden Fall scheint das Potential des Ingwers bei weitem nicht ausgeschöpft zu sein.

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