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Die nach Honig duftenden strahlenförmigen Blütenköpfe des Huflattichs leuchten uns in diesen Frühlingstagen sonnengelb aus der Wiese entgegen. Erst nach der Blütezeit erscheinen dann auch die herzförmigen, unterseits weißfilzig behaarten, großen Blätter des mehrjährigen Körbchenblütlers.

Huflattich - Tussilago farfara L.Schon lange wird der Huflattich als Hustenmittel verwendet. Das zeigt sich bereits in seinem botanischen Namen ´Tussilago`: die Bezeichnung ist zusammengesetzt aus den lateinischen Wörtern ´tussis` - Husten und ´ago` - ich treibe.

In den Kräuterbüchern des Mittelalters wird der Huflattich dennoch nur selten erwähnt. Hildegard von Bingens Werk ‚Physica‘ bildet dabei eine der wenigen Ausnahmen. Hildegard nennt hier zwei verschiedene, allerdings nicht näher bestimmbare Huflatticharten, die sie bei Hautentzündungen bzw. bei einer geschwächten Leber empfiehlt.

In der modernen Pflanzenheilkunde wird der Huflattich vor allem bei trockenem Husten und Atemwegskatarrhen eingesetzt, daneben auch noch bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Medizinisch genutzt werden dafür ausschließlich die Huflattichblätter. Sie enthalten reichlich Schleimstoffe (bis zu 10 Prozent), daneben auch Gerbstoffe (etwa 5 Prozent) und Flavonoide. Die Schleimstoffe überziehen die beim Atemwegskatarrh gereizten Schleimhäute mit einer dünnen Schutzschicht und lindern auf diese Weise Hustenreiz und Entzündung.

Der bei uns wild wachsende Huflattich enthält allerdings auch sogenannte Pyrrolizidin-Alkaloide, die bei längerer Einnahme leberschädigend und krebserregend wirken können. Selbstgesammelter Huflattich sollte deshalb keinesfalls länger als 4 Wochen im Jahr angewendet werden, während Schwangerschaft und Stillzeit am besten gar nicht. Absolut unbedenklich dagegen ist der in der Apotheke erhältliche Huflattichblätter-Tee. Für diesen Arzneitee werden nämlich ausschließlich Huflattichblätter aus speziellen Züchtungen verwendet, die von diesen giftigen Stoffen völlig frei sind. Auch der im Handel erhältliche Frischpflanzen-Presssaft aus Huflattich wird aus diesen Pyrrolizidin-Alkaloid-freien Sorten gewonnen und kann damit bedenkenlos eingenommen werden.

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