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Von Anfang gehörte zur Fastenpraxis der Christenheit nicht nur die Enthaltsamkeit von Speise und bestimmten Getränken, das Fasten wurde auch immer von Gebeten und Almosengeben begleitet.

Grundsätzlich gab es zwei unterschiedliche Formen des Fastens: Einerseits gab es die Enthaltsamkeit von bestimmten Speisen und Getränken, wie Fleisch, saftiges Obst und Wein (teilweise auch nur am Tage, wie im islamischen Ramadan), bzw. eine Ernährung, die ausschließlich aus Brot, Salz und Wasser bestand; Andererseits gab es auch  den völligen Verzicht auf Nahrung, das Vollfasten.

Für alle Christen waren die beiden Kartage vor Ostern verpflichtende Fasttage (Karfreitag und Karsamstag), lediglich Kranke waren von dieser Bestimmung entbunden. Manche fasteten aber auch die gesamte Karwoche.

Es ist nicht genau überliefert, worin das Fasten eigentlich bestand und es gab sicher auch regionale Unterschiede. Im Gebiet der römischen Kirche setzte sich allmählich durch, dass man während der Fastenzeit täglich die heilige Messe feierte.

Drei Elemente können festgehalten werden: Enthaltsamkeit von alkoholischen Getränken, insbesondere von Wein, Einschränkung des Geschlechtsverkehrs und möglichst täglicher Besuch der Messe.

Die großen Kirchen standen jedoch einem übertriebenen Fasten auch kritische gegenüber. Der völlige Verzicht auf Nahrung, und sei es auch nur für einen Tag oder bestimmte Stunden, wurde nicht gefordert.

Das Fasten hatte, allerdings eher nebenbei, auch einen sozialen Aspekt: Das Almosengeben. Das durch Fasten Eingesparte wurde zur Speisung der Armen hergegeben. Dieser Gedanke wird schon im Alten Testament formuliert (Jesia 58,3-8) und von Eusebius und Origines im frühen Christentum wieder aufgenommen.

Noch heute ruft die Kirche in der Fastenzeit zu Spenden für die Hilfe in weniger entwickelten Ländern auf („Misserior“ und „Brot für die Welt“).

Mehrere christliche Autoren der Spätantike haben sich ausführlich mit dem Fasten auseinandergesetzt, zum Beispiel Basilius der Große (gest. 379), Johannes Chrysostomus (gest. 407) und Aurelius Augustinus (gest. 430). Sie sprechen nicht nur von geistlichen Aspekten des Fasten, sondern nennen auch hygienische (diätetische) und physiologische Wirkungen.

Das Fasten bekam damit auch innerhalb der Christenheit eine therapeutische, medizinische Bedeutung für den Körper (Basilius: ‚Über das Fasten’ [‚In ieunium’]: 1, 4; 2, 7; Joh. Chrysostomus hom. in Ioh. 22, 3).

Nach Kapitel 7 der Rede ‘Über das Fasten’ ist das Fasten „eine Mutter der Gesundheit, ein Erzieher der Jugend, ein Schmuck für die Greise, ein guter Geleitsmann für den Wanderer, ein zuverlässiger Hausgenosse für die Wohngemeinschaften.”

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