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Der Spitzwegerich und der Breitwegerich sind sehr robuste Pflanzen, sie können sogar direkt an befahrenen Wegen gedeihen. Die Wegericharten bilden eine eigene Familie, die Wegerichgewächse (Plantaginaceae), zu der auch der Sandwegerich gehört - ebenfalls eine Arzneipflanze. Wegen seiner Robustheit galt vor allem der Breitwegerich in früheren Zeiten als die ideale Pflanze zur Behandlung aller Arten von Wunden und anderen Verletzungen. Die moderne Phytopharmazie hat jedoch herausgefunden, dass der Spitzwegerich höhere Anteile der wichtigen Wirkstoffe enthält.

Spitzwegerich - Plantago lanceolataDer Spitzwegerich unterscheidet sich von den anderen Wegerich-Arten durch seine langen, schmalen Blätter, deren Blattnerven deutlich zu sehen sind. Die Blätter stehen in einer Bodenrosette zusammen, aus der der blattlose Stängel herausragt. Er trägt die unscheinbaren bräunlichen Blüten.

Ursprünglich war der Wegerich nur auf der nördlichen Erdhalbkugel heimisch, heute ist er weltweit vorzufinden. Für den arzneilichen Gebrauch wird die Pflanze in Kulturen in Osteuropa und in den Niederlanden angebaut.

Verwendet werden die Blätter, manchmal auch das Kraut, welches alle oberirdischen Teile der Pflanze umfasst.
Die Blätter des Spitzwegerichs enthalten eine große Anzahl an wirksamen Inhaltsstoffen, u. a. Iridoidglykoside, die in jungen Blättern mit einem Anteil von bis zu 9 Prozent enthalten sind; daneben finden sich auch Gerb- und Schleimstoffe, Flavonoide, Kieselsäure und Mineralstoffe. Die Iridoide hemmen das Wachstum von Bakterien, die Schleimstoffe haben einen reizlindernden Effekt, und die Gerbstoffe wirken zusammenziehend. Zusammen können die Inhaltstoffe die Blutgerinnung beschleunigen.

Aufgrund seines Gehaltes an Schleim- und Gerbstoffen wird Spitzwegerichkraut zur Reizlinderung bei Katarrhen der oberen Luftwege eingesetzt sowie bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, aber auch bei entzündlichen Veränderungen der Haut.
Die bakterizide Wirkung ist nur bei kalt angesetzten wässrigen Auszügen und Fluidextrakten feststellbar, bei einer Abkochung oder einem Aufguss (Tee) zeigt sich keine derartige Wirkung, da durch die Hitzeeinwirkung der entscheidende Wirkstoff nicht mehr aus dem Pflanzenmaterial freigesetzt werden kann.

In der Erfahrungsheilkunde wird Spitzwegerich auch bei Durchfall, Hämorrhoiden, Furunkeln sowie bei Insektenstichen eingesetzt.

Bei Verletzungen unterwegs kann schon das Auflegen von gereinigten und zerquetschten Wegerichblättern sinnvoll sein.